Am 18. März genehmigte der Reichstag die Anlegung des Übungsplatzes für das 12. Armeekorps nördlich von Königsbrück mit einer Fläche von 4.588 ha und bewilligte die erste Baurate (geplante Gesamtkosten 11,8 Mio Reichsmark). Der Bau des Neuen Lagers wurde für 4 Jahre konzipiert. Es entstanden
Neues Lager und Truppenübungsplatz Königsbrück
Bau, Kriegsgefangenenlager, sowjetische Nutzung, Raketenstationierung und Konversion des Neuen Lagers.
Neues Lager
60 Gebäude
6 Wellblechbaracken, 3 Wirtschaftsgebäude, 1 Badehaus
Errichtung von 28 Wellblechbaracken für Mannschaften und 2 Wellblechbaracken für Pferde. Für die Wasserversorgung wurde ein Wasserwerk in der Nähe der Grünmetzmühle gebaut, ebenfalls eine Kläranlage. Das gesamte Lager wurde mit elektrischer Beleuchtung und Telefon ausgestattet
Während des 1. Weltkrieges wurde das Neue Lager als Kriegsgefangenenlager genutzt. Lagerinsassen waren russische, serbische, italienische und französische Kriegsgefangene.
Übergabe eines Sportplatzes "Erler Kampfbahn" zur sportlichen Betätigung der Truppen.
Bauliche Erweiterung im Süden des Lagers
Bau einer Schwimmanstalt
Truppenübungsplatz Königsbrück
Einquartierung sowjetischer Truppen. Anfang der 80-Jahre sind im Neuen Lager folgende Truppenteile und Verbände stationiert:
- 40. Gardepanzerregiment
- 1073. selbstständiges Bataillon materielle Sicherstellung
- 134. selbstständiges Pionierbataillon
- 528. selbstständiges Bataillon Chemische Abwehr
- 638. selbstständige Raketenabteilung
- 1044. selbstständiges Luftsturmbataillon
- 23. Raketenabteilung
Erweiterungsbau im Neuen Lager (Technikhallen), Kfz- und Panzerhallen
Stationierung der 11. Raketenbrigade als sowjetische Antwortmaßnahme auf die Stationierung von Pershing II und Marschflugkörper großer Reichweite in Westeuropa. Die Brigade ist mit dem operativ-taktischen Raketenkomplex Temp-S (SS-12) ausgestattet. Nach Unterzeichnung des INF-Vertrages Rückführung der Brigade im Februar 1988 in die UdSSR.
Im August verlassen die letzten größeren Einheiten der Westgruppe das Gelände.
Nach dem Abzug der sowjetischen Truppen begannen Sicherung, Beräumung und Konversion des ehemaligen Truppenübungsplatzes. Heute ist der etwa 70 km² große ehemalige Truppenübungsplatz Königsbrück ein Naturschutzgebiet mit hohen Schutzzielen.
Konversion des Neuen Lagers
Sicherungs-, Aufräum- und Abrissarbeiten durch die ABS
Sicherung/Beräumung des Neuen Lagers, Erstellung einer Nachnutzungskonzeption. Für Abriss, Beräumung und Sanierung des Geländes einschließlich Grünmetzmühle wurden Fördermittel in Höhe von 5,7 Mio. DM bereitgestellt.
Am 31. März wurde die Panzer und Raketenreparaturhalle gesprengt. Sie war der Auftakt für den teilweisen Abriss des Neuen Lagers. Gefördert wurden diese Maßnahmen von der EU und dem Freistaat Sachsen.
Am 5. April stimmt der Stadtrat der Umbenennung von Strassen in der Siedlung am Neuen Lager zu. Es gibt nun ein Wohngebiet "Waldsiedlung" mit Buchen- und Tannenweg.
Am 21. Januar erfolgte die Sprengung der Esse an der Bäckerei bei der Grünmetze. Damit gingen die Abrissarbeiten dieses Objektes zu Ende. Zum Abschluss der Arbeiten findet ein sog. Hexenfeuer statt.
Im September Erprobung einer behutsamen Abrisstechnologie für Plattenbauten.
Im Mai fand die Einweihung einer Gedenktafel am Eingang zum Neuen Lager statt. Sie soll an die Gefallenen und Vermissten der 384. Infanteriedivision, die 1942 hier aufgestellt wurde und unmittelbar danach an die Ostfront verlegt wurde, erinnern.
Einleitung eines B-Planungsverfahren für eine gewerbliche Nutzung dieses Areals.
Bau einer Solaranlage auf einer Fläche von 20 ha durch die Firma Renerco AG, die im Dezember 2007 in Betrieb ging, installierte Kapazität 40.000 kWh/Jahr.
Bau einer zweiten Photovoltaik-Anlage
Bau einer dritten Photovoltaikanlage im Norden des Neuen Lagers
Im Oktober und November werden alle historischen Gebäude bis auf die Kaserne Arbeits- und Wachkommando und das Kasino abgerissen (Dokumentation Ute Steckel).
Bilder dieser Unterseite.