Gedenkort

Der Kriegsgefangenen­friedhof Königsbrück.

Der Kriegsgefangenenfriedhof Königsbrück erinnert an verstorbene Kriegsgefangene zweier Weltkriege und an eine wechselvolle Geschichte von Fürsorge, Gedenken, Vernachlässigung und erneuter Aufarbeitung.

Der Kriegsgefangenenfriedhof Königsbrück

Kriegsgefangenenlager Königsbrück im Neuen Lager 1914–1919 · Zeittafel

1. August 1914

Kriegsbeginn.

21. August 1914

Telegramm vom Kriegsministerium: Königsbrück soll im Neuen Lager 5.000 Gefangene aufnehmen.

25. August 1914

Eintreffen des Wachkommandos, Infanterie-Landsturmbataillon 63 Großenhain.

26. August 1914

Im Alten Lager wird das Reservelazarett II eingerichtet.

27. August 1914

Ankunft der ersten 1.000 Franzosen; bis zum 30. August sind es 4.700 Mann.

29. August 1914

Eintreffen von zusätzlich 1.000 verwundeten Franzosen.

3. September 1914

Ankunft von 8.700 Russen, zunächst untergebracht im Geschütz- und Munitionspark.

1. Oktober 1914

Mit knapp 15.000 Gefangenen ist die Grenze der Belegungsfähigkeit erreicht.

5. Oktober 1914

Alle bisher in Zelten untergebrachten Russen werden in beheizbare Baracken verlegt.

14. Dezember 1914

Zusätzlich zum Russenlager (R) und Franzosenlager (F) wird ein „gemischtes“ Lager (G) mit Franzosen und Russen errichtet.

1. Oktober 1915

Erstmalige Ausgabe von Lagergeld mit Scheinen zu 10 Nennwerten.

19./20. Januar 1916

3.000 serbische Soldaten treffen in Königsbrück ein; das Serbenlager wird errichtet.

10. Februar 1916

Weitere 1.000 Serben erreichen die Stadt.

21. November 1917

Nach Beendigung der 12. Isonzo-Schlacht kommen 3.000 Italiener nach Königsbrück.

11. November 1918

Waffenstillstand; danach Rückführung der ersten Gefangenen, darunter Franzosen, Serben und Italiener.

1919

Verlegung des Königsbrücker Lagers nach Bautzen mit den noch verbliebenen russischen Gefangenen.

Kriegsgefangenenfriedhof Königsbrück 1914–1921 · Zeittafel

1. September 1914

Erste Gefangenenbeerdigungen auf dem Königsbrücker Friedhof.

18. September 1914

Weihe des neuen Kriegsgefangenenfriedhofes an der Nordostseite des Neuen Lagers und erste Beerdigung.

28. März 1915

Weihe des Franzosen-Gedenksteins.

September 1915

Überführung der 25 auf dem städtischen Friedhof Beerdigten zum Gefangenenfriedhof.

22. März 1916

Weihe des Russen-Gedenksteins.

November 1917

Erweiterung des Friedhofes nach Norden und Anlegen einer Italiener-Abteilung.

Frühjahr 1918

Erweiterung nach Norden für Engländer, US-Amerikaner und Belgier.

Sommer 1918

Erweiterung nach Süden für Serben und Russen.

4. September 1918

Weihe des Serben-Denkmals.

18. Juni 1919

Letzte Gefangenenbeerdigung. Insgesamt sind 225 Russen, 182 Italiener, 176 Serben, 132 Franzosen, 7 Briten, 1 Belgier und 1 US-Amerikaner dokumentiert.

1922–1927

Exhumierungen aller Franzosen, Italiener, Briten, US-Amerikaner und Belgier; Rückführung in die Heimatländer, die Italiener auf den Gemeinschaftsfriedhof in Breslau.

1941–1945

Beerdigungen von Gefangenen und Internierten, etwa 300 Gräber: Franzosen, Sowjetbürger, Italiener, Belgier, Briten, Polen und Jugoslawen.

20. Oktober 1949

Übergabe des Friedhofes durch die sowjetische Kommandantur an die Stadt Königsbrück.

1959/60

Umgestaltung zum „Ehrenhain“; Entfernung der Holzkreuze und Einebnung aller Grabhügel.

2018–2021

Aufarbeitung der Anlage.

1. September 2021

Feierliche Wiedereinweihung des Serben-Denkmals.

2026–2027

Rekonstruktion und Wiederherstellung des Kriegsgefangenenfriedhofes.